Wie wird die KFZ Versicherung günstiger? Tipps um Geld zu sparen

Die Unterhaltskosten für ein Auto sind erheblich: Steuern, Versicherung, Reparaturen, Verschleißteile und natürlich der Treibstoff. Da ist jeder Autobesitzer froh, wenn sich beim einen oder anderen Kostenpunkt etwas einsparen lässt. Bei der Kfz-Versicherung lohnt es sich auf jeden Fall, genauer hinzusehen – allerdings nicht nur beim Preis, sondern auch bei den dafür gebotenen Leistungen.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung gehört zu den gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen – das bedeutet, wer ein Auto, Motorrad oder Wohnmobil hat, braucht dafür auch eine solche Versicherung. Wie jede Haftpflichtversicherung kommt sie für Schäden auf, die der Versicherungsnehmer verursacht hat – in diesem Fall durch den Gebrauch des versicherten Fahrzeugs. Daneben wehrt sie aber auch unberechtigte Ansprüche ab – bei Bedarf sogar vor Gericht.

Was die Haftpflichtversicherung kostet, hängt natürlich zum einen vom Anbieter ab, daneben aber vor allem von den gewählten Optionen und dem individuellen Schadensrisiko. Eine erste Orientierung geben Tarifrechner im Internet. Sven Lier, Versicherungsexperte bei der R+V in Freiburg, empfiehlt, sich die Tarife der einzelnen Versicherer dabei genau anzuschauen:  „Zwar findet man über solche Portale günstige Tarife, beispielsweise bei sogenannten Direktversicherungen. Aber in den Versicherungsbedingungen offenbaren sich dann oft größere Deckungslücken. Zudem bieten solche Versicherer häufig keinen direkten Ansprechpartner an und man kann Schäden beispielsweise nur über eine allgemeine Service-E-Mail abwickeln.“

Insbesondere bei Unfällen mit Personenschäden ist eine ausreichend hohe Deckungssumme sehr wichtig

Unbedingt achten sollte man beispielsweise auf die Höhe der Deckungssumme: Damit wird der Betrag bezeichnet, den  eine Versicherung im Schadensfall maximal zahlt. Gesetzlich vorgeschriebenen sind mindestens 7,5 Millionen Euro für Personenschäden und 1 Million Euro für Sachschäden. Bei größeren Unfällen mit mehreren Geschädigten kommen jedoch schnell wesentlich höhere Summen zusammen –  insbesondere wenn Verletzte dauerhafte Beeinträchtigungen davontragen und neben den Behandlungskosten möglicherweise Schmerzensgeld und Rentenzahlungen zu übernehmen sind. Empfehlenswert sind deshalb pauschale Deckungssummen von mindestens 50 Millionen für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Bei vielen Versicherungsanbietern ist dies inzwischen Standard. Wer ganz sicher gehen will, kann die Deckungssumme gegen Aufpreis oft noch weiter erhöhen.

Wer vor der Kaufentscheidung für ein neues Auto steht, sollte sich unbedingt erkundigen, wie das Wunschmodell im Typenklassenregister eingestuft wird. Denn auch danach richtet sich der Versicherungsbeitrag. Bei den Typenklassen von 1 bis 10 geht es nicht nur um den Kaufpreis und die Leistungsstärke des Fahrzeugs, sondern auch um das typische Fahrverhalten von Fahrern bestimmter Autotypen. So sind beispielsweise SUVs und PS-starke Oberklasse-Autos sowie bei Fahreinsteigern beliebte Modelle in der Regel höher eingestuft als Kleinwagen und Oldtimer. Das Typenklassenregister wird regelmäßig auf Basis der Unfall- und Schadensbilanz der vergangenen Jahre aktualisiert. WElche Typenklasse Ihr Fahrzeug hat, können Sie auf der dieser Seite GDV Dienstleistungs-GmbH herausfinden.

Auch die jährliche Fahrleistung wirkt sich auf die Höhe der Versicherungsprämie aus

Je mehr man mit dem Auto unterwegs ist, desto größer ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit für einen Unfall. Deshalb fragen die Versicherungen auch die jährliche Fahrleistung des versicherten Fahrzeugs ab und stimmen die Beitragshöhe darauf ab. Deshalb sollte man hier nicht zu viel angeben. Stellt man später fest, dass man doch mehr gefahren ist, muss man dies allerdings auf jeden Fall der Versicherung melden. Im Schadensfall wird der Kilometerstand abgefragt – spätestens dann erfährt die Versicherung von falschen Angaben und kann möglicherweise eine Vertragsstrafe verhängen. Aber auch falls man weniger gefahren ist, als angegeben, sollte man dies der Versicherung melden, damit diese den Vertrag anpasst – bei manchen Verträgen werden zuviel bezahlte Beiträge sogar rückwirkend zurückgezahlt.

Günstigere Beiträge gibt es fast bei jedem Anbieter für eine jährliche Zahlungsweise der Beiträge. Denn die Versicherungen haben Interesse an einem möglichst geringen Verwaltungsaufwand und verlangen deshalb für viertel- oder halbjährliche Zahlung oft einen erheblichen Aufschlag.

Teilkasko oder Vollkasko?

Beim Zusammenstoß mit einem Reh tritt die Kasko-Versicherung für Schäden ein

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt nur die Schäden am anderen Fahrzeug bei Unfällen. Wer auch Schäden am eigenen Auto versichern will, muss eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abschließen. Mit einer Teilkaskoversicherung kann man das Fahrzeug gegen Beschädigung, Zerstörung und Verlust durch bestimmte Gefahren versichern. Dazu gehören Diebstahl, Unwetter, Lawinen, Überschwemmung, Feuer und Explosion oder Zusammenstoß mit Tieren. Die Teilkaskoversicherung deckt also Kosten, für die niemand sonst haftbar zu machen ist. „Eine solche Absicherung ist eigentlich für jeden sinnvoll, weil solche Risiken immer bestehen und einfach nicht vorhersehbar sind“, so Sven Lier von der R+V.

Die Vollkaskoversicherung zahlt dagegen auch für Schäden am eigenen Auto durch einem selbst verschuldeten Unfall sowie Beschädigungen durch Vandalismus – sie deckt den vollständigen Wiederbeschaffungsaufwand des Fahrzeugs. Die Leistungen der Teilkasko sind ebenfalls enthalten. „Ich empfehle eine Erweiterung zur Vollkaskoversicherung, wenn ein Auto mit einem Kredit finanziert wurde und der Wiederbeschaffungswert für ein gleichwertiges Auto nicht ohne Probleme aufzubringen ist und der Besitzer auf sein Auto – zum Beispiel beruflich – angewiesen ist“, rät Sven Lier.

Etwas reduzieren lassen sich die Kosten einer Kaskoversicherung durch eine Selbstbeteiligung. Damit wird vereinbart, dass der Versicherte im Schadensfall einen gewissen Anteil selbst übernimmt, beispielsweise 150 Euro für die Teilkasko und 300 Euro für die Vollkasko-Versicherung. Für den Versicherer sind solche Verträge auch deshalb günstig, weil kleinere Schäden gar nicht erst gemeldet werden und neben dem eigentlichen Betrag auch Verwaltungskosten wegfallen. Diesen Vorteil geben die Versicherer durch günstigere Tarife an die Kunden weiter.

Die Beiträge zur Kaskoversicherung lassen sich mit einer Werkstattbindung senken

Eine weitere Möglichkeit, die Beitragshöhe bei der Kaskoversicherung zu reduzieren, ist eine Werkstattbindung. Das bedeutet, dass Schäden grundsätzlich in einer Partnerwerkstatt der Versicherung repariert werden. Weiterer Vorteil: Bei einem Vertrag mit Werkstattbindung übernimmt die Versicherung die gesamte Abwicklung, wie die Abholung und den Rücktransport des PKWs.

Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, für den kann ein Kfz-Schutzbrief sinnvoll sein. Häufig ist er in die Kfz-Versicherung integriert, man kann ihn aber auch separat abschließen. Mit einem Schutzbrief sind Kosten bei Autopannen und Unfällen abgedeckt, beispielsweise für den Pannennotdienst, das Abschleppen und einen Ersatzwagen. In manchen Schutzbriefen sind zusätzliche Leistungen wie Krankenrücktransport oder Kostenerstattung bei Reiseabbruch enthalten. Das sollte man prüfen, bevor man dafür zusätzliche, möglicherweise dann überflüssige Versicherungen abschließt.

Tipp für Fahranfänger:

Fahranfänger starten grundsätzlich mit der Schadensfreiheitsklasse 0, sie müssen also die vollen 100 Prozent der Versicherungsprämie bezahlen. Deshalb macht es für Fahranfänger Sinn, das erste eigene Auto über die Eltern anzumelden. Denn bei den meisten Versicherern gibt es Sondereinstufungsregeln wie eine Zweitfahrzeugregel oder eine Eltern-Kind-Regel, über die eine bessere Einstufung der Schadenfreiheitsklasse möglich ist.

Weitere Infos zur Kfz-Versicherung sowie einen Rechner zu Ermittlung des individuellen Versicherungsbeitrags finden Sie hier auf der Homepage der Volksbank Freiburg.