Falschgeld – Tipps zur Erkennung

Beim Entgegennehmen von Wechselgeld lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen
Beim Entgegennehmen von Wechselgeld lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen

Bei der Annahme von Wechselgeld an der Kasse oder im Restaurant lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen, denn es könnte eine falsche Geldnote dabei sein. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar nicht sehr groß – rein statistisch gesehen muss man 900 Jahre alt werden, um in Deutschland einmal im Leben mit Falschgeld in Berührung zu kommen. Wenn man aber doch einen davon erwischt, ist es sehr ärgerlich, denn man bekommt dafür später keinen Ersatz. Wir geben Ihnen deshalb hilfreiche Tipps, worauf Sie achten müssen, um echte von gefälschten Geldscheinen zu unterscheiden.

Die Deutsche Bundesbank hat im Jahr 2016 rund 82.200 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 4,2 Millionen Euro registriert. Die Zahl der Fälschungen fiel gegenüber dem Vorjahr um 14 % niedriger aus. Rein rechnerisch entfielen damit zehn falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner. Der Anteil der falschen 20-Euro-Noten ist seit der Einführung des neuen Scheins stark zurückgegangen. Diesen Effekt erhofft sich die Deutsche Bundesbank auch von der Einführung der neuen 50-Euro-Banknote. Bei den Münzen geht die Zahl der Fälschungen ebenfalls zurück, hier kommen auf 10.000 Einwohner rund vier unechte Münzen – den größten Anteil dabei haben mit rund 79 Prozent die 2-Euro-Münzen.

Die neue Europa-Serie
Die erste Euro-Serie wurde in der Stückelung 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro herausgebracht. Seit 2013 wird schrittweise in aufsteigender Reihenfolge die neue Europa-Serie eingeführt. Die 5-, 10-Euro- und 20-Euro-Noten gibt es bereits, im kommenden Jahr folgt der 50-Euro-Schein.

Insgesamt sei das Falschgeldaufkommen in Deutschland auf einem niedrigen Niveau, so Carl-Ludwig Thiele, im Vorstand der Bundesbank zuständig für Bargeld: „Gleichwohl gilt es, die gemeinsamen Anstrengungen der Polizei und des Eurosystems im Kampf gegen Falschgeld weiter zu verstärken“, so der Fachmann. Dazu gehört natürlich auch, dass falsche Banknoten schnell erkannt werden.

Falschgeld erkennen
Wie also erkennt man die „Blüten“ und was ist zu tun, wenn man Falschgeld in die Hände bekommt? Da es den Fälschern in der Regel nicht gelingt, alle Sicherheitsmerkmale zu kopieren, sollte man immer mehrere Merkmale überprüfen – dabei hilft das Prinzip „Fühlen-Sehen-Kippen“:

Die Smaragdzahl auf den Scheinen der neuen Europa-Serie verändert ihre Farbe von grün zu blau
Die Smaragdzahl auf den Scheinen der neuen Europa-Serie verändert ihre Farbe von grün zu blau

Auf der Vorderseite der Banknoten sind erhabene Teile des Druckbildes zu fühlen: Zum einen die EZB-Abkürzungen, eine Reihe von Großbuchstaben am linken Rand, zum anderen eine Reihe dünner Striche am linken und rechten Rand. Bei der ersten Euro-Banknotenserie fehlen die Striche und die Buchstabenfolge steht am oberen Rand der Banknote.

Zu den sichtbaren Sicherheitsmerkmalen gehören der Sicherheitsfaden und das Wasserzeichen, das im unbedruckten Teil der Banknote zu sehen ist, wenn man diese gegen das Licht hält. Bei den neuen Euro-Noten ist es ein Portrait der mythologischen Gestalt Europa. Die Hologramm-Elemente am rechten Rand der Vorderseite verändern sich und glänzen in verschiedenen Farben, wenn man den Geldschein hin und her bewegt. Ähnlich verhält sich die so genannte Smaragdzahl, die auf den Scheinen der neuen Europa-Serie zu finden ist: Beim Kippen verändert sich ihre Farbe von grün zu blau und ein Lichtstreifen von oben nach unten über die Ziffern.

Bei den neuen Euro-Noten ist das Wasserzeichen ein Portrait der mythologischen Gestalt Europa
Bei den neuen Euro-Noten ist das Wasserzeichen ein Portrait der mythologischen Gestalt Europa

Bei den Münzen sind Fälschungen vor allem an der Prägung zu erkennen: Sie wirken oft verschwommen und weisen Unebenheiten auf. Während die Randprägung bei echten Münzen gestochen scharf sind, sind sie bei Fälschungen oft unvollständig oder unregelmäßig. Auch die Farbe der Münzen weicht meist vom echten Vorbild ab.

Falls Sie bei einer Banknote Zweifel haben, vergleichen Sie sie am besten mit einem Schein, der sicher echt ist – zum Beispiel einem aus dem Geldautomaten. Hat man tatsächlich Falschgeld erwischt, muss man dies direkt bei der Polizei melden – auch damit diese möglicherweise noch zurückverfolgen kann, woher es stammt. Wer Falschgeld wissentlich weitergibt, macht sich strafbar!

Eine genaue Beschreibung der Sicherheitsmerkmale der einzelnen Banknoten finden Sie auch auf der Internet-Seite der Europäischen Zentralbank.

Eine Online-Schulung zum Erkennen von Falschgeld finden Sie auf der Internet-Seite der Deutschen Bundesbank