Hochzeit: Bürokratie und Formalitäten nach dem schönsten Tag im Leben

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Frischvermählte haben einiges an Formalitäten zu erledigen

Die eigene Hochzeit ist ein großer Tag im Leben, der mit Recht gebührend gefeiert wird. Doch bald danach sollten sich die Frischvermählten um einige Formalitäten kümmern – denn der neue Familienstand und die mögliche Namensänderung bringen einige Veränderungen mit sich. Vom neuen Personalausweis, über den Wechsel der Steuerklasse bis zum Einrichten eines gemeinsamen Kontos ist einiges zu bedenken und zu erledigen.

Der erste Schritt: Die Namensänderung

Wenn einer der beiden Ehepartner nach der Hochzeit einen neuen Namen trägt, ist der wichtigste Gang der zum Einwohnermeldeamt, um einen neuen Personalausweis und Reisepass zu beantragen. Dies muss unverzüglich nach der Eheschließung geschehen, denn der Ausweis mit dem alten Namen ist nun ungültig. Wer – zum Beispiel für eine Hochzeitsreise – schnell neue Papiere braucht, kann einen vorläufigen Personalausweis beantragen, den das Amt sofort ausstellt. Er ist drei Monate gültig.

Sobald man den neuen Personalausweis hat, kann man auch den Führerschein auf den neuen Namen ausstellen lassen – das ist allerdings nicht Pflicht, weil der Führerschein ohnehin nur in Verbindung mit dem Personalausweis gilt. Für Reisen ins Ausland kann es jedoch sinnvoll sein, einen Führerschein mit dem tatsächlichen Namen zu besitzen. Vorgeschrieben ist dagegen das Umschreiben der KfZ-Papiere: Auch das sollte schnellstmöglich bei der zuständigen Zulassungsbehörde erledigt werden.

Damit ist es leider noch nicht getan: Anschließend müssen noch etliche weitere Stellen über die Namensänderung informiert werden – im Prinzip alle, mit denen man in irgendeinem Geschäfts- oder Vertragsverhältnis steht. Also der Arbeitgeber, Krankenversicherung und andere Versicherungen, das Geldinstitut, Strom-, Wasser- und Telefonanbieter, der Vermieter, Vereine, Anbieter von Abonnements und die Gebühreneinzugszentrale. Am besten geht man einmal die Kontoauszüge eines Jahres durch und notiert sich jeden, der eine Einzugsermächtigung hat oder an den regelmäßige Zahlungen gehen – so vergisst man niemanden.

Weitere Schritte: Steuerklasse, Banken und Versicherungen

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Gemeinsames Konto, Versicherungen, Steuerklasse – eine Beratung hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen

Für Eheleute gelten steuerliche Vorteile – um diese zu nutzen müssen eventuell die Steuerklassen geändert werden: Für Paare mit ungefähr gleichem Einkommen ist die Kombination IV/IV am besten. Wenn einer der Ehegatten deutlich mehr verdient, ist die Kombination der Steuerklassen III und V am günstigsten.

Viele Ehegatten möchten ein gemeinsames Konto einrichten, beispielsweise für das Haushaltsgeld und andere allgemeine Zahlungen wie Miete und gemeinsame Versicherungen. In diesem Fall müssen auch die entsprechenden Daueraufträge und Einzugsermächtigungen angepasst werden. Sinnvoll sind auf jeden Fall gegenseitige Vollmachten für die Konten des Ehepartners.

Wer eine kapitalbildende Versicherung hat, wie beispielsweise eine Lebensversicherung, sollte den Ehegatten dort als Begünstigten im Todesfall eintragen lassen.

Außerdem ist es sinnvoll, die bestehenden Versicherungsverträge nach unnötigen Dopplungen durchzugehen: So braucht man für den gemeinsamen Haushalt beispielsweise nur eine Hausratsversicherung. Und in die private Haftpflichtversicherung können Ehegatten und Kinder mit aufgenommen werden, ein Ehegatte kann seine Versicherung also kündigen.

Keine Sorge, das meiste lässt sich in Ruhe nach und nach erledigen, so dass genügend Zeit bleibt, eine lange Hochzeitsreise zu machen und gemeinsam die Hochzeitsbilder zu sortieren und in Erinnerungen an den schönsten Tag im Leben zu schwelgen.